Als einfache Beschäftigte können wir sehr wohl unseren Unmut und unsere Bedürfnisse selbständig artikulieren. Wir sind grundsätzlich unabhängig von Gewerkschaften und Parteien.

E - Mail Kontakt: betriebsgruppe.amperkliniken@yahoo.de

Erstellt: 05.10.2016 18:58 | Letzte Änderung: 05.10.2016 18:58

ANTIGEN Newsletter Oktober 2016

Erstellt: 01.03.2016 16:31 | Letzte Änderung: 01.03.2016 16:31

ANTIGEN Nr. 9 Februar 2016

Inhalt: Druck gegen Pflegekräfte: Motivationshilfe nach Art der PDL Druck gegen Reinigungskräfte: Unsaubere Methoden bei der Helios Reinigung in Dachau Druck gegen Service Personal: Schon gewusst? Zahlen bitte: Ein Interview mit Karin Gräppi Über Betriebsgruppen Eine heldenhafte Kampagne

Korrektur: Im Artikel "Zahlen bitte" steht fälschlicherweise beim erwähnten Interview mit Karin Gräppi "November 2016". Es muss natürlich "November 2015" heißen.

Erstellt: 11.09.2015 00:51 | Letzte Änderung: 11.09.2015 00:51

ANTIGEN Nr. 8 September 2015

Inhalt: SCHWERPUNKT REINIGUNG Situation der Reinigungskräfte Amper Kliniken Dachau, Dreckige Geschäfte, Streik am Berliner Charité für personelle Mindestbesetzung, Helios schließt Dachauer Küche-40 KollegInnen werden gekündigt, Schon gewusst?

Erstellt: 11.02.2015 16:27 | Letzte Änderung: 11.02.2015 16:27

Interview mit Ungesundleben // Stand Januar 2015

"Seit März 2014 gehört die Amper Kliniken AG in Dachau und Markt Indersdorf zum Helios-Fresenius Konzern. Mit der Übernahme von 43 Rhön Kliniken ist Helios seitdem der größte Klinikkonzern in Europa mit 68000 Beschäftigten in 110 Kliniken.

An den Amper Klinken sind 950 Menschen beschäftigt, mit allen Tochtergesellschaften über 1100. Vor allem das Klinikum Dachau gehörte unter der Rhön AG zu den Häusern mit den größten Gewinnen. Helios führt, wie auch in den anderen ehemaligen Rhön Kliniken, seine straffe, zentralistische Führung ohne Rücksicht gegen die Beschäftigten nach und nach ein. Die Küche mit 40 MitarbeiterInnen ist seit fast einem Jahr von der Schließung bedroht. Der nicht helios-konforme Vorstand Bernward Schröter wurde Ende Dezember 2014 zum Rücktritt gedrängt. Unterdessen bemüht sich die Klinikleitung den innerbetrieblichen Informationsfluss nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Dabei geriet sie aber auch in öffentliche Kritik. Wir befragen die Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken nach ihrer Einschätzung zu der allgemeinen Entwicklung."

Erstellt: 03.11.2014 13:13 | Letzte Änderung: 03.11.2014 13:13

ANTIGEN verboten!!

Das am Warnstreik verteilte Flugblatt

Erstellt: 29.10.2014 13:17 | Letzte Änderung: 29.10.2014 13:17

Warnstreik am 30.10. // Betriebszeitung ANTIGEN verboten

Liebe KollegInnen,


am 30.10. findet von 6 bis 18 Uhr ein Warnstreik an den Amper Kliniken statt. Wir rufen alle KollegInnen dazu auf, sich aktiv zu beteiligen!

In den Tarifverhandlungen zwischen verdi und der Helios GmbH konnte nach vier gescheiterten Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt werden. Helios ist ferner nicht bereit eingehender über die Forderungen zu diskutieren.

Für mehr Lohn zu kämpfen ist jederzeit legitim. Allerdings ist unser Anliegen stets die Thematisierung der hohen Arbeitsbelastung durch absichtliche personelle Unterbesetzung gewesen. Wir betrachten den Streik als Gelegenheit, auch dagegen zu kämpfen, indem wir uns dem Leistungsdruck für einen Tag entziehen und so unsere elementarsten Bedürfnisse öffentlich wirksam zum Ausdruck bringen.

Während verdi sich auf ihr Klientel, KollegInnen mit Fachausbildungen und MitarbeiterInnen in den Funktionsbereichen, Intensiv und OP verlässt, werden wir alles daran setzen, die unorganisierten KollegInnen auf den Normalstationen für den Streik zu mobilisieren. Dort wo die Widersprüche und ein enormer Leistungsdruck jeden Tag aufs neue ungeschminkt zu Tage treten. Legen wir den Laden lahm!


Dennoch ist unsere Euphorie gebremst. Die seit 1.8.2014 amtierende Geschäftsführung der Amper Kliniken unter der Führung des Chefs der „Helios Region Bayern“ Martin Jonas, hat unsere unabhängige Betriebszeitung ANTIGEN per Dekret am 6.8.2014 faktisch verboten!

Das Schreiben lautet wörtlich:

Veröffentlichungen von Informationen durch Aushänge

Informationen, die durch Aushänge im Klinikum veröffentlicht werden sollen, sind bezüglich Inhalt und Layout mit dem Vorstand abzustimmen. Das Anbringen von Aushängen und Plakaten, die nicht vom Vorstand genehmigt wurden, ist untersagt.“

Jede Zuwiderhandlung wäre ein Verstoß gegen die Hausordnung, somit Hausfriedensbruch und damit ein Kündigungsgrund. Helios untermauert damit seinen Ruf, Proteste von Beschäftigen oder auch nur kritische Regungen im Keim zu ersticken. Es scheint als müsste alles, was dem reibungslosen Ablauf der Mehrwertproduktion schadet, eliminiert werden. Und kritische Beschäftige sind keine produktiven Beschäftigen. Um das durchzusetzen greift der Klinikkonzern tief in die Mottenkiste. Wo Einbinden und ein schon pathologisches Ansinnen zur Identifikation mit dem Unternehmen nicht greifen, wird nicht lange gefackelt. Einfach so hinnehmen werden wir das jedenfalls nicht!

Am 30.10. werden wir ein letztes Mal ein ANTIGEN Flugblatt unter legalen Umständen verteilen. Und das wird nicht im Stillen geschehen!

Nur wer sich bewegt, spürt seine Fesseln“ (Rosa Luxemburg)


Getroffen hat es uns
Gemeint sind wir alle!

Kommt zum Streik und zeigt Solidarität

Erstellt: 24.09.2014 17:42 | Letzte Änderung: 24.09.2014 17:42

Aktive Mittagspause am „Helios Amper Klinikum“ in Dachau

Mit einer Spontanaktion machten am 23. September 60 Beschäftigte vor und im Klinikum Dachau deutlich, dass sie bereit sind für ihre Belange einzutreten. Verdi hatte alle KollegInnen zu einer aktiven Mittagspause zwischen 13.30 und 14.30 Uhr aufgerufen. Anlass dafür sind die aktuell stattfindenden Tarifverhandlungen zwischen verdi und der Helios Kliniken GmbH. Doch es geht um mehr als nur um Geld.

Die Forderungen von gewerkschaftlicher Seite sind 8% mehr Lohn, mindestens 160 Euro, eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 90 Euro, 30 Tage Urlaub und Erhöhung der variablen Gewinnbeteiligung um 0,5% auf 18%. Gewinnbeteiligungen waren bisher die schlechtere Alternative zu Urlaubs- und Weihnachtsgeld in den Haustarifverträgen. An den Amper Kliniken in Dachau und Indersdorf wurden sie unter dem alten Träger, der Rhön Klinikum AG, tariflich vereinbart. Bei Helios gibt es diese Sonderzahlungen generell nicht.

Für mehr Zündstoff sorgen allerdings der fast schon traditionelle Personalmangel, v.a. in der Pflege und die daraus resultierende Überlastung der KollegInnen. Auch der neue Träger Helios zeigt uns seit März diesen Jahres was personelle Angelegenheiten für sie darstellen: Einen reinen Kostenfaktor, der ihrem erklärten Ziel von einer Renditensteigerung von 15% binnen 5 Jahren nach einer Übernahme, stets im Weg zu stehen scheint. Die Materialwirtschaft soll aufgelöst werden und die Kliniken fortan zentral mit Arbeitsmaterialien beliefert werden. Die Zukunft der Küche ist weiter ungewiss. Ursprünglich sollte ein Umbau vorgenommen werden. Helios hatte sofort nach der Übernahme einen Baustopp – es sollte außerdem eine Sanierung, ein neues Bettenhaus für 200 PatientInnen und einen Neubau der Apotheke geben - auf dem gesamten Gelände verordnet. Mittlerweile wird zwar wieder gebaut, jedoch nicht an der Küche. Die Arbeitsplätze der 40 KollegInnen in der Küche stehen auf dem Spiel. Und Helios ist nicht gerade auskunftsfreudig. Sie stellen alle Beschäftigten lieber vor vollendete Tatsachen. Entweder wird die Küche in Dachau oder am Klinikum Pasing (mittlerweile „Helios Klinikum München West“) geschlossen. Am 1. September ging die bundesweite Reinigungsfirma RKRZ, vormals ein Rhön-Tochterunternehmen, an die Helios GmbH über. Die bereits lange vorher vorherrschenden unzumutbaren Arbeitsbedingungen der Reinigungskräfte, SpülerInnen in der Küche und KollegInnen der Bettenzentrale, sowie die Willkür von Vorgesetzten, Abmahnungen und Kündigungen von unliebsamen KollegInnen, waren Anlass für ein Flugblatt unserer Unabhängigen Betriebsgruppe. Die Reaktion des seit 1. August amtierenden neuen Vorstandsvorsitzenden Martin Jonas auf das Flugblatt mit rechtlichen Tipps war bemerkenswert: Am 6. August wurde ein Verbot für Plakate auf dem gesamten Klinikgelände verhängt. Mehr als genügend Gründe die Zähne zu zeigen!

Auch wenn dies nicht Gegenstand der Tarifverhandlungen, geschweige denn der innergewerkschaftlichen Diskussion ist, den Beschäftigten ging es immer um mehr als nur ums Geld. Selbstverständlich beteiligten wir Aktive der Unabhängigen Betriebsgruppe uns auch an der Aktion. Mit einem Transparent mit einer Grafik zu steigendem Gewinn und ausgebranntem Personal, sowie der Aufschrift „Dachauer Klinikbeschäftigte – Wir wehren uns“, welches seine Wirkung nicht verfehlte.

Es tut gut sich dem Leistungsdruck für eine Stunde zu entziehen. Und auch Helios sollte mal erfahren wie Druck sich anfühlt.

Erstellt: 11.08.2014 13:17 | Letzte Änderung: 11.08.2014 13:17

ANTIGEN Newsletter August 2014

Erstellt: 07.08.2014 16:05 | Letzte Änderung: 07.08.2014 16:05

DachauerInnen zeigen Zivilcourage

Wir unterstützen die Kampagne Kein Platz für Rassismus - Dachauer zeigen Zivilcourage

http://dachau-zeigt-zivilcourage.de/

Erstellt: 29.07.2014 18:36 | Letzte Änderung: 29.07.2014 18:36

Nicht runterputzen lassen! Infoflugblatt Juli/August 2014

Rechtliche Tipps für den Arbeitsalltag

Für alle KollegInnen der RK Reinigung Zentral mbH Süd in Reinigung, Küche und Bettenzetrale

Erstellt: 20.03.2014 16:28 | Letzte Änderung: 20.03.2014 16:28

ANTIGEN Nr. 7 März 2014

Inhalt: Es war einmal ein Dienstmodell namens "Pro Team" (PT) // Reinigungsgesellschaften der Rhön Klinikum AG ein Fall für die Justiz // Die Situation der KollegInnen der RK-Reinigungsgesellschaft mgH in Dachau

Erstellt: 18.02.2014 10:24 | Letzte Änderung: 18.02.2014 10:24

ANTIGEN Newsletter Februar 2014

Zwangseinspringtag „Pro Team“ abgeschafft!

Nach nicht still werdendem Protest der Betroffenen konnte ein Zwangseinspringtag mit dem netten Namen „Pro Team“ (PT)-Tag vorerst zu seinem verdientem Ende kommen. Im November startete im 2. Stock, seit Dezember im 3. Stock*, ein Probelauf über ein halbes Jahr. PT, das bedeutete einmal (3.OG) bzw. zweimal (2.OG) im Monat 3x am Tag (5:00-5:30 Uhr, 11:30-12:00 Uhr, 17:00-17.30 Uhr) telefonisch zu Hause abrufbar zu sein. Ähnlich dem gescheiterten „Stand by“-Dienst – nur ohne Bezahlung. Gutgeschrieben wurden 3 Stunden, bei Abruf die gearbeiteten Stunden.

Da durch die fort währenden Krankheitsausfälle und Überplanungen die wenigsten bereit sind dauernd einzuspringen, sollten wir nun dazu gezwungen werden. Mit der Zustimmung des Betriebsrats. Nach Schreiben der betroffenen Stockwerke und solidarischer Unterstützung anderer Stationen wurde der Probelauf am 6. Februar für beendet erklärt. Es hat sich gezeigt, dass wir etwas erreichen können, wenn wir zusammen halten und nicht locker lassen – zur Not auch gegen den Betriebsrat. Ausführlicher Artikel dazu in der nächsten ANTIGEN.

Wir danken ALLEN, die sich für die Abschaffung eingesetzt oder sonst wie ihre solidarische Unterstützung gezeigt haben!! Keine falsche Bescheidenheit – jetzt erst recht!!





*Korrektur: In der Printversion steht Oktober bzw. November
  


Erstellt: 24.12.2013 10:10 | Letzte Änderung: 24.12.2013 10:10

Kommentar zur Zustimmung des Kreistags zur Helios-Übernahme

Der Landkreis Dachau hält 5,1% Anteile der Amper Kliniken AG. Die 94,9% der Rhön Klinikum AG gehen an die Helios GmbH. Der Kreistag hat in einer Sitzung vom 13.12.2013 dieses Vorhaben mit großer Mehrheit befürwortet.


Leserbrief zum Artikel „Freie Wähler lehnen Helios-Deal ab“ vom 17.12.2013 von Robert Stocker

Dass der Kreistag der Übernahme von 43 Rhön Kliniken, und damit auch Dachau, durch die Helios GmbH nicht im Wege stehen wird, war uns Beschäftigten klar. Die Kommunalpolitik hat sich bisher nicht durch Interesse bezüglich der Situation an den Amper Kliniken ausgezeichnet. Die Ablehnung der Freien Wähler muss dann doch eher als Start in den Wahlkampf gewertet werden.

Mehr als irritierend sind aber die Aussagen des Sprechers der Bürgermeister im Landkreis, Konrad Wagner (FW), der in dem Artikel folgendermaßen zitiert wird: „Helios ist ein großer Konzern, der durch seinen Großeinkauf Geld sparen kann.“ So habe er die Möglichkeit, das eingesparte Geld für Personal einzusetzen. Der Pflegeschlüssel könnte auf lange Sicht verbessert werden. Wagners Fazit: „Wenn Helios alle Verträge von der Rhön Klinikum AG übernimmt, wird es für die Amperkliniken keine Verschlechterungen, sondern eher Verbesserungen geben.“

Nicht, dass wir nicht das nicht benötigen würden. Schlechter geht es schon beinahe nicht mehr. Aber aus den Äußerungen Wagners muss man den Schluss ziehen, dass dieser keine Ahnung von der Materie hat. Denn bei Helios ist erfahrungsgemäß das Gegenteil der Fall. Es ist ein Fakt, dass Helios bei Übernahmen Stellen abbaut - von Auslagerungen einzelner Bereiche wie Labor oder Physiotherapie in Untergesellschaften zu schlechteren Konditionen ganz zu schweigen. Und selbst wenn Dachau als Rhöns „Goldesel“ vorerst für drei bis vier Jahre verschont bleibt, wie sieht die Zukunft der anderen 42 Noch-Rhön Kliniken aus?

Hätte Wagner wenigstens Medienberichte verfolgt, so würde er wissen, dass Helios-Vorstand DeMeo, welcher ihn in der Kreistagsitzung ja derart überzeugt zu haben scheint, im Wirtschaftsteil der SZ vom 5. 12. zitiert wird, die Gewinnspanne in den nächsten Jahren von 8% auf 15% fast verdoppeln zu wollen, um das Geld für die Rhön-Übernahme wieder einzuholen. Wie das geschehen soll liegt auf der Hand.

Unser Arbeitsalltag in Pflege, Patienten-Service und Reinigungspersonal ist jetzt schon seit Jahren durch hohe Arbeitsbelastung, damit verbundene Überlastungsausfälle, Aufbau von Überstunden, Arbeiten in Unterbesetzung, Fluktuation des Personals und seit kurzem zunehmende Eingriffe von Vorgesetzten in unsere bisher selbstbestimmten Arbeitsabläufe, gekennzeichnet.
Die Aussagen von Herrn Wagner sind für uns weder nachvollziehbar noch hilfreich. Sie stoßen allen Beschäftigten der Amper Kliniken vor den Kopf. Das Profitstreben von Helios wie Rhön geht zu Lasten des Personals. Das ist das alte grundsätzliche Problem. Herr Wagner hat das Vorurteil über die Politik unfreiwillig bestätigt.

Erstellt: 09.10.2013 16:27 | Letzte Änderung: 09.10.2013 16:27

ANTIGEN Newsletter Oktober 2013

Aktueller Stand bezüglich der Übernahme durch Fesenius-Helios

Erstellt: 14.09.2013 20:44 | Letzte Änderung: 14.09.2013 20:44

Rhön Klinikum AG an Fresenius-Helios verkauft

Nun ist es soweit. Der Klinikkonzern Rhön Klinkum AG wird an die Helios GmbH, eine, Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius, verkauft. Damit entsteht der europaweit größte Klinikkonzern mit 90.000 MitarbeiterInnen und einem Marktanteil von 6-7%. Diese Entwicklung war absehbar. Weder Rhön noch Fresenius haben aus ihrem Vorhaben ein Geheimnis gemacht.

Der erste Versuch ging daneben

War der erste Übernahmeversuch vor einem Jahr noch gescheitert, da sich direkte Konkurrenten des neuen Großkonzerns bei Rhön Anteile besorgten und letztlich die Übernahme vereitelten. Bernd Broermann, Chef des dritten großen Klinikkonzerns Asklepios und der Medizintechnik Hersteller und Rhön-Zulieferer B.Braun halten je 5% Anteile. Ein Verkauf von 90% der Aktien scheiterte so knapp. Im Juni 2013 wurde auf der Aktionärsversammlung der Rhön AG allerdings die Hürde herunter gesetzt. Gegen die Stimmen von Broermann und B.Braun. Bei der Abstimmung wurden die Stimmen von B.Braun aber nicht berücksichtigt, da sie, so Rhön Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Eugen Münch, nicht „ordnungsgemäß legitimiert“ gewesen seien. Braun wollte das Ergebnis anfechten.

Bei einer Aufsichtsratssitzung der Rhön AG am 12.9.13 wurden die Rhön-Vorstände informiert, dass es jetzt zu einem Verkauf kommt. Am Freitag, den 13.9.13, wurden die KollegInnen in den einzelnen Kliniken per Mitteilungsblatt und Informationsveranstaltungen darüber informiert.

Die Fakten – Die Beschäftigten

Der Verkauf soll zum Jahreswechsel über die Bühne gehen. Voraussetzung ist eine Zustimmung des Bundeskartellamtes. Eine Monopolstellung hätte der fusionierte Konzern so der so. Von den insgesamt 53 Rhön-Kliniken werden 43 an Helios übergeben, sowie 15 MVZ (Medizinische Versorgungszentren) und 14 Servicegesellschaften. Die restlichen 10 Rhön-Kliniken bilden dann die so genannte „neue Rhön“. Dabei handelt es sich u.a. um die Zentrale in Bad Neustadt a.d. Saale, die Universitätskliniken Gießen und Marburg, Frankfurt/Oder und Bad Berka. Dem liegen kartellrechtliche Aspekte zu Grunde. Es soll so keine regionale Vormachtstellung im steten Wettbewerb entstehen. Die „neue Rhön“ wären mit 15.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 1 Mrd. Euro auf Platz vier der bundesdeutschen Klinikkonzerne. Sie kündigen aber bereits an, mit Helios/Rhön eng kooperieren zu wollen.

Zu Helios stoßen nun 33.000 ehemals Rhön Beschäftigte. Zusammen stehen Umsatzahlen von über 5 Mrd. Euro im Raum. Die Übernahme lässt sich Fresenius 3,07 Milliarden Euro kosten. Weitere 30 Millionen, sowie 10 Millionen von Rhön, sollen innerhalb der nächsten 5 Jahre investiert werden. Allein diese Zahlen, die die Vorstellungskraft von DurchschnittsverdienerInnen weit übersteigen, verdeutlichen, dass hier der Schritt in eine andere Liga angetreten wurde. Man möchte nun zu den ganz Großen gehören. Fresenius-Chef Ulf Schneider äußerte, der Erwerb der Rhön AG sei ein „bedeutender Schritt im weiteren Ausbau unseres Krankenhausgeschäfts.“ Wie wahr. Denn um nichts anderes als ein Geschäft handelt es sich hier. Schneider schob auch direkt hinterher, dass man nun über eine Plattform verfüge, um künftig „neue Wachstumschancen wahrzunehmen.“ Dass Fresenius-Helios bei der Durchsetzung ihrer Interessen nicht zimperlich sind, stellten sie im Juni 2012 unter Beweis, als in Folge eines Streiks bei der Helios-Servicegesellschaft Damp 1000 am Streik beteiligte KollegInnen gekündigt wurden. Nach enormem öffentlichen Protest und bundesweiten Solidarisierungen wurden die Kündigungen zwar rückgängig gemacht, aber die Gangart des Gesundheitskonzern Fresenius in puncto Rechte der Beschäftigten wurde nur allzu deutlich. In MitarbeiterInneninformationen wird ein Stellenabbau noch verneint. Fakt ist aber beispielsweise, dass bei Helios weniger Personal mehr PatientInnen versorgt als bei Rhön. Es bleibt abzuwarten, was das zukünftig für die ehemaligen Rhön-Beschäftigten bedeutet.

Die Zukunft
Von „Veränderungen“, wie es auf einer Infoveranstaltung der zur Rhön zugehörigen Amper Kliniken AG Dachau bezeichnet wurde, könnten die finanziell wenig erfolgreichen Häuser betroffen sein. Ob es sich dabei um eine Zusammenlegung einzelner Fachbereiche handelt oder um einen Abbau von Arbeitsplätzen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Wurde bei Rhön noch eine gewisse lokale Dezentralität als organisatorischer Spielraum hoch gehalten, steht Helios für eine straffe Zentralisierung, etwa im Einkauf medizinischer Produkte. Es wird noch einiges zu verhandeln geben zwischen den neuen Partnern. Auch wurden aufgeworfene Frage nur unzureichend beantwortet. In einer MitarbeiterInneninfo von Rhön heißt es auf die Frage, ob es in den verkauften Kliniken zu Stellstreichungen kommt, folgendermaßen: „Für die Mitarbeiter die zu Fresenius Helios wechseln, haben wir einen langfristigen, starken Partner mit einem stabilen Umfeld und hervorragenden Wachstumsperspektiven.“

Wir als Beschäftigte sollten uns keinerlei Illusionen machen. Es geht um „Wachstum“, die Maximierung von Profit. Dabei waren beide Klinikkonzerne bisher sehr „erfolgreich“ und zusammen werden sie dieses Ziel kaum aus den Augen verlieren, sondern gestärkt in alle zukünftigen Auseinandersetzungen gehen. Davon müssen wir ausgehen. Privatisierung bedeutet Personalabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping. Aber auch wir sind zusammen stark.

Jedweder Angriff auf unsere Rechte, jede weitere Verschlechterung unserer Arbeitsbedingungen, jede forcierte Lohnkürzung muss von uns vehement und solidarisch vereitelt werden.

Wir kriegen nur wofür wir kämpfen


Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken Dachau

13.9.2013

Erstellt: 23.07.2013 14:49 | Letzte Änderung: 23.07.2013 14:49

ANTIGEN Nr. 6 Juli 2013

Inhalt: Blick über den Tellerrand Proteste und Aktionen an anderen Kliniken Neues von der Rhön AG

Erstellt: 16.05.2013 23:22 | Letzte Änderung: 16.05.2013 23:22

ANTIGEN Newsletter Mai 2013

Dauernd wird uns erzählt der Stellenplan sei voll. Wie kann es dann sein, dass wir regelmäßig im Dienstplan mit mehr Stunden eingeplant, also bewusst überplant, werden? Krankheitsausfälle sind kein Argument, da dies auch geschieht, wenn niemand krank ist. Außerdem sind Krankheitsausfälle in einer Stellenplanung berücksichtigt. Eine Änderung bzw. Kürzung der personellen Besetzung pro Dienst kommt nicht in Frage! Was früher als Wochenendbesetzung galt, ist heute die normale Besetzung an Werktagen. Im folgenden ein kleines Rechenbeispiel:

Ein Stockwerk hat 27 Planstellen (z.B. 5. Stock oder 3. Stock).

Es müssen jeden Monat im Schnitt 2 KollegInnen im Urlaub sein, sonst geht das über das Jahr nicht auf. Das heißt, dass nur noch 25 pro Monat verplant werden können.Es gibt 5 Pflegegruppen pro Stockwerk, die von je einer Kraft versorgt werden müssen. Das macht pro Tag: 5 im Frühdienst, 5 im Spätdienst, 3 im Nachtdienst – also 13 pro TagDiese 13 können aber maximal 10 Tage am Stück arbeiten, dann müssten die nächsten 13 folgen. Planbar sind aber nur noch 12!
Dabei sind nicht miteinbezogen: KPH und PH, die eine Gruppe/Seite nicht alleine versorgen. Der Stellenplan zählt aber nur „Köpfe“. Was zählt für uns?

Tägliches Zähne zeigen statt „Lächeln des Monats“! Mehr Personal muss her!

Erstellt: 08.03.2013 20:09 | Letzte Änderung: 08.03.2013 20:09

ANTIGEN Newsletter März 2013

UNS REICHT'S SCHON LANG!

Erstellt: 17.01.2013 15:00 | Letzte Änderung: 17.01.2013 15:00

Solidarität mit den streikenden KollegInnen am Neuenburger Spital la Providence in der Schweiz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten uns in aller Deutlichkeit mit Eurem Streik solidarisch erklären und wünschen Euch maximale Kraft, Durchhaltevermögen und natürlich Erfolg.

Eure Interessen sind letztendlich auch die unseren. Erreichen können wir alle nur etwas, wenn wir für unsere Belange selbst eintreten, uns gegenseitig dabei unterstützen und auch nicht davor zurück schrecken die Gegenseite, die so genannten Arbeitgeber, unsere Kraft spüren zu lassen.

In diesem Beruf erfahren wir tagtäglich hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel, niedrige Bezahlung bis zu Dumpinglöhnen bei Hilfskräften, Auslagerung einzelner Bereiche und dadurch bewusste Spaltung der Beschäftigten. Gerade dem wollen wir hiermit entgegen treten. Unsere Solidarität kennt keine Staatsgrenzen.


Unabhängige Betriebsgruppe Amper Kliniken Dachau
Unabhängige Betriebsgruppe Uns reicht's-Wir wehren uns, Gesundheit Nord Bremen

Unabhängige Klinikliste Klinikum Saarbrücken


Hintergründe zum Streik http://www.solidarite-laprovidence.ch/

Erstellt: 29.06.2012 | Letzte Änderung: 29.06.2012

Helios Klinikkonzern kündigt 1000 Beschäftigten während Streik

Solidarität mit den KollegInnen!

Laut Presseberichten hat die dem Klinikkonzern Helios zugehörige "Zentrale Service-Gesellschaft (ZSP) Damp" 1000 KollegInnen schriftlich gekündigt, da sich diese für einen unbefristeten Streik ausgesprochen haben.

ZSP wurde im März 2012 von Helios übernommen. Verdi möchte in den aktuellen Tarifverhandlungen die alten Konditionen halten und fordert zusätzlich 7,5% mehr Lohn. Das reichte Helios aus massenhaft Kündigungen auszusprechen, nachdem das Angebot des Konzerns, welches Lohneinbußen von zum Teil mehreren Hundert Euro bedeuten würde, abgelehnt wurde.

Es ist unseres Erachtens ein Paradebeispiel für den Umgang der Klinikkonzerne mit uns Beschäftigten. Aus reinem Interesse an Profitmaximierung werden unsere Bedürfnisse nicht nur ignoriert, sondern konsequent mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Mit dem Angebot, das Helios den KollegInnen unterbreitet hat, soll die Prekarisierung der unteren Lohngruppen weiter voran getrieben werden.

Ein weiterer Aspekt dieses Konflikts ist die Tatsache, dass die Fresenius-Tochter Helios mit der Rhön Klinikum AG verschmelzen soll, zu der auch die Amper Kliniken Dachau gehören. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Aktionäre von Rhön ihre Anteile an Fresenius abgeben. Die Frist dafür ist am 27. Juni abgelaufen. Es würde der größte Klinikkonzern in Europa mit 80.000 Beschäftigten entstehen. Das hierbei Renditeziele im Vordergrund stehen und nicht das Wohl von PatientInnen, liegt nicht nur für die Gewerkschaft auf der Hand, sondern auch für uns Beschäftigte, die die Auswirkungen einer solchen Entwicklung täglich am eigenen Leib erfahren dürfen.

Privatisierung bedeutet Personalabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping.

Allen Betroffenen gilt grundsätzlich unsere uneingeschränkte Solidarität!


Unabhängige Betriebsgruppe
an den Amperklinken Dachau
28.6.2012

Erstellt: 29.05.2012 | Letzte Änderung: 29.05.2012

Schweigen ist Gold - Gold für Rhön

und davon hat die Rhön Klinikum AG bereits reichlich. Wie es uns dabei geht, steht in der neuen Antigen.


Erstellt: 29.11.2011 | Letzte Änderung: 29.11.2011

Solidarität mit dem CFM Streik an der Charite Berlin!

Die CFM ist eine Tochtergesellschaft, vergleichbar mit der KDI Service GmbH der Amperkliniken. Sie streiken seit dem 12.September für bessere Arbeitsbedingungen und einen eigenen Tarifvertrag. Nun werden die streikenden KollegInnen von Vorgesetzten und einem privaten Sicherheitsdienst versucht einzuschüchtern. Gegen Lohndumpimg, miese Arbeitsbedingungen - und gegen Einschüchterungsversuche sowieso!

Resolution der Streikversammlung

Erstellt: 22.7.2011 | Letzte Änderung: 22.7.2011

Arbeitssituation im Begriff weiter zu eskalieren

Diese Pressemitteilung sorgte für einigen Wirbel und polemische Zeitungsartikel. In der Woche nach der PM wurden auf zwei Stationen Betten gesperrt.
Ungesundleben hat uns dazu interviewt. Zum Interview und den Zeitungsartikeln geht's hier: Interview mit Ungesundleben

Pressemitteilung
Arbeitssituation der Beschäftigten an den Amper Kliniken AG Dachau ist im Begriff weiter zu eskalieren

Durch bereits bestehende Personalmängel und daraus folgende Krankheitsausfälle durch Überbelastung, kommt zur allgemeinen Arbeitsverdichtung noch der Druck, die Ausfälle zu kompensieren. Dies hat sich, v.a. in den Bereichen der Pflege in der Inneren Medizin, derart verschärft, dass zum Teil nicht einmal mehr die einzelnen Schichten voll besetzt werden können.

So manifestiert sich die Kehrseite der von Rhön Klinikum AG und Amper Kliniken AG verkündeten jährlichen Rekordzahlen an behandelten PatientInnen.

Wir Beschäftigte werden mit einem Hoffen auf ein „Sommerloch“, also einem saisonbedingten Rückgang der PatientInnenzahlen, vertröstet. Neueinstellungen von Personal sind nicht in Sicht. Sowohl von Pflegekräften, als auch von der immer wieder angekündigten Schaffung von Stellen für Stationsassistentinnen, einem Berufsfeld das vor Jahren abgeschafft wurde.

Wir glauben nicht an „Sommermärchen“ und haben keine Lust mehr uns länger hinhalten zu lassen.

Daher fordern wir von sämtlichen Verantwortlichen, der (neuen) Klinikleitung, des ärztlichen Leitungsgremiums und der Pflegedienstleitung umgehend zu handeln und die Bettenzahlen den Personalzahlen anzugleichen, wenn dies umgekehrt schon nicht möglich scheint.

Anders ausgedrückt: Wir fordern Betten zu sperren

Unabhängige Betriebsgruppe Amperkliniken Dachau
Dachau, 21.7.2011

Wallstreet Online: Rhön Klinikum profitiert von gestiegenen Patientenzahlen

Finanz Nachrichten.de: Rhön-Klinikum AG Bilanzpressekonferenz in Frankfurt/Main 28.04.2011

Wallsstreet Online: Umsatzentwicklung Rhön Klinikum AG 2010



Erstellt: 26.11.2009 | Letzte Änderung: 26.11.2009

Pressemitteilung:
Kreistag will weitere Anteile der Amper Kliniken veräussern

Diese Presseerklärung wurde von keiner lokalen Zeitung veröffentlicht

Wie der Kreistag des Landkreises Dachau heute beschließen wird, werden weitere 20,1% der bisherigen 25,1% Anteile an den Amper Kliniken an den Konzern Rhön Klinikum AG veräussert.

Dabei steht unseres Erachtens der finanzielle Aspekt für den klammen Landkreis, sein Versorgungsauftrag nicht so sehr und die Arbeitsbedingungen des Personals gar nicht, im Vordergrund. Ein Mitspracherecht des Landkreises wird erhalten bleiben. Das ist uns relativ egal, da dieser ohnehin keinen Gebrauch davon gemacht hat.

Bei der Übernahme 2005 hat Landrat H.J. Christmann noch verkündet, der Kreis könnte im Falle eines Stellenabbaus die Sperrminorität nutzen. Hat er aber nicht.

Wenn nun auch noch weitere 20,1% an die Rhön AG gehen, zeigt das nur, dass unsere Anliegen, nämlich die der MitarbeiterInnen, unbedeutend sind. Personalmangel und hohe Arbeitsverdichtung gehören für uns weiter zum Arbeitsalltag.

Bei der Rhön AG als nahezu alleinigem Anteilseigner sind die Fronten wenigstens geklärt.

Dachau, den 26.11.09
Unabhängige Betriebsgruppe Amperkliniken Dachau

Erstellt: 21.09.2009 | Letzte Änderung: 21.09.2009

VORGESETZTE VERBIETET SERVICE-PERSONAL IN IHRER DIENSTZEIT AN BETRIEBSVOLLVERSAMMLUNG TEILZUNEHMEN

Öfter mal was neues und doch alles beim alten! Am heutigen Montag fand eine Betriebsvollversammlung für die über 100 Beschäftigten der KDI Service GmbH statt. Neben Küchenpersonal und anderen stellen
die KollegInnen des Patienten-Service fast die Hälfte der KDI MitarbeiterInnen dar. Die Vorgesetzte des Service hat denen, die heute im Spätdienst eingeteilt waren, die Teilnahme müdlich verboten. Da
die KDI Beschäftigten Wochenend- und Feirertagszuschläge erhalten und die KollegInnen des Service nicht, stellt sich die Frage, weshalb einem Teil von ihnen die Teilnahme an der Versammlung untersagt
werden sollte, eigentlich nur noch rhetorisch. Allerdings flog die Sache schnell auf. Nachdem KollegInnen aus der Pflege darüber informierten, dass dies völlig unzuläsig ist fanden sich noch einige,
wenn auch verspätet, bei der Versammlung ein.

Erstellt: 17.08.2009 | Letzte Änderung: 17.08.2009

Warnstreik an den Amper Kliniken Dachau

Erste Einschätzung


Die Gewerkschaft ver.di organisierte für diesen Tag den ersten Streik überhaupt in unserem Betrieb. Grund hierfür ist die fest gefrorene Situation in den Verhandlungen um den neuen Vergütungstarifvertrag. Da im gesamten Unternehmen, wie auch in der Konzern-Mutter Rhön Klinikum AG, die Gewinne jährlich neue Rekorde brechen und ver.di viele neue Mitglieder werben konnte, sah sich die Gewerkschaft in der Pflicht ihrer Forderung nach 12% mehr Lohn Nachdruck zu verleihen und zur Aktion über zu gehen.

Bestreikt wurden die Frühschicht ab 6 Uhr bis 14.30 Uhr, sowie die Normalarbeitszeit von 8 Uhr bis 16.30 Uhr. Es beteiligten sich insgesamt über 100 KollegInnen, die Presse spricht sogar von 150. Die Abteilungen, in denen ver.di vertreten ist, waren dementsprechend stark an der Aktion beteiligt. Hierbei handelt es sich um qualifiziertes Fachpersonal aus den Bereichen Intensiv, Anästhesie/OP, Ambulanz sowie PhysiotherapeutInnen. Aber auch Auszubildende und Handwerker waren dabei. Da einige OP Säle schließen mussten konnte auch ein gewisser ökonomischer Druck erzeugt werden. Auch auf den normalen Stationen, wo der Organisationsgrad gering ist, beteiligten sich KollegInnen. Der Frühdienst der Stockwerke 1 (Neurologie) und 6 (Gastroenterologie/HNO/Plastische Chirurgie) wurde bestreikt. Es kamen zudem viele KollegInnen von anderen Stationen außerhalb der Dienstzeit oder aus dem Frei. Hilfreich dafür war u.a. auch das verteilte Flugblatt „Streikrecht für Unorganisierte“, das in der Woche davor verteilt wurde.

Massive Einschüchterungen

Dass dennoch andere Stationen komplett zum Dienst antraten ist der Tatsache geschuldet, dass PDL (Pflegedienstleitung) M. Bieg und Chefarzt Dr. Weber, nachdem am Freitag der Streikaufruf bekannt gegeben wurde, das ganze Wochenende über MitarbeiterInnen in der Pflege massiv einzuschüchtern versuchten. KollegInnen wurden mehrmals angesprochen und gedroht, es werde „persönliche Konsequenzen“ geben sollten sie sich am Streik beteiligen. Das ist rechtlich völlig unzulässig und zeigt zu welchen Mitteln die Klinikleitung nach wie vor bereit ist. Der zuständigen ver.di Sekretärin wurde bereits am Freitag Hausverbot erteilt. Am Streiktag selbst hatte sich ab 5.30 Uhr die gesamte Führungsriege am Haupteingang versammelt und machte, wie in einem Brief an die MitarbeiterInnen angekündigt, von ihrem „Hausrecht gebrauch“ indem alle Streikenden des Geländes verwiesen wurden. So konnte die Streikversammlung samt Kundgebung auch nicht auf dem Klinikgelände stattfinden, sondern auf dem nächst gelegenen Platz am Parkplatz vor dem Friedhof. Aber auch dort ließen es sich die Herren in teurerem Gewand nicht nehmen, regelmäßig vorbei zu patrouillieren. Als um 10 Uhr die Kundgebung begann blieben sie mit dabei, um so ein Klima der Angst zu erzeugen. Das gelang ihnen allerdings nicht. KollegInnen, die spontan ihren Unmut über das Mikro äußerten ließen sich davon nicht beeindrucken. Der Unabhängigen Betriebsgruppe wurde im Vorfeld ein Redebeitrag zugesichert, in dem über eine reine Lohnforderung hinaus auf die mehr als schlechten Arbeitsbedingungen und die Spaltung der Belegschaft hingewiesen wurde. KollegInnen der Unter-GmbHs waren von einer Teilnahme ausgeschlossen. Es handelt sich hier v.a. um die Hilfsberufsgruppen Service Personal, Küchenhilfen und das in einer externen Firma beschäftigte Reinigungspersonal, aber auch die Ärzte.

Gegenüber der Dachauer SZ nannte Vorstand Uwe Schmid die Streikenden ein „kümmerliches Häufchen“. Die PatientInnen und Angehörigen zeigten da schon mehr Verständnis. Gegenüber den Streikenden kam es zu keinerlei negativen Äußerungen. Feuertaufe bestanden Trotz der Unerfahrenheit aller Beteiligten, außer ver.di, kann man von einem Erfolg sprechen. Es hat verdeutlicht, dass auch unter der in den Amper Kliniken Dachau traditionellen Führung der harten Hand die KollegInnen bereit sind zur Tat zu schreiten. Natürlich geht das noch viel besser. Aber jetzt wissen wir ja wie´s geht.

Bis zum nächsten Mal
La lotta continua

Erstellt: 10.06.2009 | Letzte Änderung: 10.06.2009

ANTIGEN – Newsletter Juni 09

7 Service Kolleginnen vor die Tür gesetzt!

Anfang Juni kam uns zu Ohren, dass 7 Kolleginnen aus dem Service der Vertrag nicht verlängert wurde. Grund hierfür dürfte das Anrecht sein, beim dritten Mal einen unbefristeten Vertrag zu erhalten. Die 7 wurden postwendend durch 7 neue ersetzt.

Die Verträge des Service Personals sind befristet auf ein Jahr (zuletzt auch auf ein halbes Jahr), wovon die ersten 6 Monate Probezeit sind. Um die Untergebenen gefügig zu halten ist Geldgebern wohl so manches Mittel recht. Dass die Neuen allesamt erst eingearbeitet werden müssen ist der Preis, den es dafür zu zahlen gilt.

Apropos zahlen: Die derzeit an den Amper Kliniken beschäftigten 53 Service Kolleginnen bekommen weder Wochenend- noch Feiertagszuschläge bezahlt! Aber das muss und wird nicht so bleiben. Dafür ist uns so manches Mittel recht.

Her mit der Kohle - JETZT!

Erstellt: 22.05.2009 | Letzte Änderung: 22.05.2009

ANTIGEN - Newsletter Mai 09

"Gesprächskreis Pflege" gescheitert


Seit Ende Juli 08 traf sich auf Betreiben der Geschäftsführung ein "Gesprächskreis Pflege", da laut deren Auffassung "die Pflegeleistungen zunehmend öffentlich kritisiert" wurden. Es nahmen Vorstand Uwe Schmid, Personalchef Claus Dietze, PDL Martin Bieg, der Betriebsrat/JAV, sowie 10 Pflegekräfte aus fast allen Stationen teil. Die Vorwürfe von "schlechter Pflege" wurden bereits im ersten Treffen entkräftet. Fortan bestand die monatliche Runde nur noch aus Betriebsrat/JAV und den Pflegekräften. Dort wurden folgende Vorschläge zur Verbesserung und Entlastung erarbeitet:
  • Errichtung von Palliativ- und Isolationseinheiten,
  • Errichtung einer Aufnahmnestation,
  • Wiedereinstellung von Stationssekretärinnen,
  • Kommunikationstraining für die PDL,
  • Anpassung des Personal- "Benchmark" an den realen Arbeitsaufwand,
  • bessere Einbarbeitung der Service-Kräfte,
  • Besetzung der Nothilfe mit Pförtner.

Es dauerte nach der Präsentation im November 3 Monate bis sämtliche Vorschläge am 18. März von der Geschäftsführung abgelehnt wurden. Vielen Dank für die vergeudete Zeit!!