Erstellt: 18.07.2012 | Letzte Änderung: 20.08.2012

Startgutschrift der ZVK nach der Überarbeitung durch ver.di

Erstellt: 14.07.2012 | Letzte Änderung: 14.07.2012

Arbeitsverdichtung auf der Intensivstation kann schwerwiegende Folgen haben

Pressemitteilung des DIP, Köln, 12. Juli 2012

Studie: Arbeitsverdichtung auf der Intensivstation kann schwerwiegende Folgen haben

Zwischenfälle wären bei besserer Personalausstattung vermeidbar

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) hat heute die Ergebnisse des Pflege-Thermometers 2012 vorgestellt. Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 535 Leitungskräfte von Intensivstationen zur Personalausstattung, Patientenversorgung, Patientensicherheit und zum Aufgabenbereich der Intensivpflege in ganz Deutschland befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass dort, wo ein besonderer Pflegepersonalmangel besteht, die Risiken für die Patienten auch besonders hoch sind. Sichtbar wird aber auch, dass es inzwischen üblich ist, dass Pflege und Medizin in der Intensivtherapie auf Augenhöhe arbeiten und wichtige Entscheidungen gemeinsam treffen. Die Studie wurde von der B. Braun-Stiftung gefördert.

Projektleiter Prof. Michael Isfort vom dip brachte die Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Patientensicherheit auf folgenden Punkt: „Wir waren schon überrascht, wie häufig kritische Zwischenfälle beschrieben worden sind. Das Ausmaß ist erschreckend. Wir haben flächendeckend Probleme identifiziert, die vermeidbar erscheinen. Dazu aber müssten die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Ausstattung mit Fachpersonal und technischem Gerät konsequent umgesetzt werden“.

Laut Studie lassen sich Mängel nicht nur in der Angehörigenbetreuung und in der psychosozialen Begleitung der Patienten ausmachen. Betroffen sind auch Kernelemente der Pflegearbeit wie eine angemessene Überwachung von verwirrten Patienten, die Mobilisierung von Patienten oder die Unterstützung der Nahrungsaufnahme. Selbst bei Medikamentengaben und Hygienemaßnahmen oder Verbandswechseln sind es jeweils etwas mehr als die Hälfte der Befragten, die Fehler innerhalb der letzten sieben Arbeitstage nicht ausschließen konnten. In der Studie wurde darüber hinaus nachgewiesen, dass besonders dort eine höhere Fehlerquote eingeschätzt wurde, wo drei statt zwei Patienten von einer Pflegekraft betreut werden. Damit wird ein Zusammenhang zwischen einer geringeren Pflegekapazität und höheren Risiken für die Patienten sichtbar.

Die Arbeitsbelastung für die Pflegefachkräfte auch auf Intensivstationen nimmt weiter zu. Die Zahl der Behandlungsfälle steigt von Jahr zu Jahr, aber die Personalausstattung hinkt hinterher. Dies drückt sich auch in relevanten Belastungsparametern aus. Jede zweite befragte Leitungskraft stellt eine Zunahme an ernsthaften und längerfristigen Erkrankungen bei den Mitarbeitern fest. So stiegen die Krankheitsdauer, die Krankheitshäufigkeit und kurzfristige Krankheitswiederholung bei Mitarbeitern in den letzten beiden Jahre deutlich an.

Die Studie zeigt aber auch die hohe Verantwortungsbereitschaft der Pflegefachkräfte und deren Eigenständigkeit im Handlungsfeld der Intensivpflege auf. Isfort betont, „dass die Pflegekräfte vielerorts eigenverantwortlich die Therapien nicht nur überwachen, sondern inzwischen auch selbstständig steuern. Das gilt sowohl für Aspekte der Beatmungstherapie als auch für die kurzzeitige Regulierung von Medikamentengaben“. Damit nimmt die Pflege zusehends eine Schlüsselstellung in der Intensivtherapie ein und führt bereits heute zahlreiche Leistungen eigenverantwortlich aus, die üblicherweise dem ärztlichen Dienst zugeschrieben werden. „Die Realität in der Pflege ist weiter, als berufspolitische Diskussionen und Statements von Gesundheitspolitikern es erahnen lassen“, so Isfort.

Der Konkurrenzkampf um gut ausgebildete Pflegefachkräfte ist in vollem Gange. Das Abwerben von Mitarbeitern von Intensivpflegestationen ist inzwischen an der Tagesordnung. Zahlreiche offene Stellen können zeitnah nicht wiederbesetzt werden. In der Studie wird insgesamt das umfassende Problemfeld der Nachwuchsgewinnung, Personalrekrutierung und der Personalbindung sichtbar, das die Krankenhäuser alleine nicht kurzfristig werden lösen können.Isfort: “ Es wird höchste Zeit, dass umfassend in die Pflege investiert wird, wenn die Gesundheitsversorgung in Deutschland auf möglichst hohem Niveau erhalten bleiben soll“.

Die Studie kann kostenlos unter www.dip.de heruntergeladen werden. Das Pflege-Thermometer 2012 ist bereits die sechste größere Untersuchung dieser Art seit 2002.

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

 

Erstellt: 29.06.2012 | Letzte Änderung: 29.06.2012

Solidarität mit den gekündigten KollegInnen bei Helios

Helios Klinikkonzern kündigt 1000 Beschäftigten während Streik
Solidarität mit den KollegInnen!

Laut Presseberichten hat die dem Klinikkonzern Helios zugehörige „Zentrale Service-Gesellschaft (ZSP) Damp“ 1000 KollegInnen schriftlich gekündigt, da sich diese für einen unbefristeten Streik ausgesprochen haben.

ZSP wurde im März 2012 von Helios übernommen. Verdi möchte in den aktuellen Tarifverhandlungen die alten Konditionen halten und fordert zusätzlich 7,5% mehr Lohn. Das reichte Helios aus massenhaft Kündigungen auszusprechen, nachdem das Angebot des Konzerns, welches Lohneinbußen von zum Teil mehreren Hundert Euro bedeuten würde, abgelehnt wurde.

Es ist unseres Erachtens ein Paradebeispiel für den Umgang der Klinikkonzerne mit uns Beschäftigten. Aus reinem Interesse an Profitmaximierung werden unsere Bedürfnisse nicht nur ignoriert, sondern konsequent mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. Mit dem Angebot, das Helios den KollegInnen unterbreitet hat, soll die Prekarisierung der unteren Lohngruppen weiter voran getrieben werden.

Ein weiterer Aspekt dieses Konflikts ist die Tatsache, dass die Fresenius-Tochter Helios mit der Rhön Klinikum AG verschmelzen soll, zu der auch die Amper Kliniken Dachau gehören. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Aktionäre von Rhön ihre Anteile an Fresenius abgeben. Die Frist dafür ist am 27. Juni abgelaufen. Es würde der größte Klinikkonzern in Europa mit 80.000 Beschäftigten entstehen. Das hierbei Renditeziele im Vordergrund stehen und nicht das Wohl von PatientInnen, liegt nicht nur für die Gewerkschaft auf der Hand, sondern auch für uns Beschäftigte, die die Auswirkungen einer solchen Entwicklung täglich am eigenen Leib erfahren dürfen.

Privatisierung bedeutet Personalabbau, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und Lohndumping.

Allen Betroffenen gilt grundsätzlich unsere uneingeschränkte Solidarität!

Informationen über die geplante Übernahme Rhön Klinikum AG durch Fresenius, deren Tochterkonzern Helios ist, finden sich hier http://www.ungesundleben.org/privatisierung/index.php/Rh%C3%B6n#Juni_2012:_.C3.9Cbernahme_von_Rh.C3.B6n_AG_durch_Fresenius_ist_in_Gang_gesetzt

Erstellt: 23.05.2012 | Letzte Änderung: 23.05.2012

Leistungsentgelt nach § 18 TVöD: Ausschüttung des Gesamtvolumens setzt Betriebsvereinbarung voraus

Rechtstipp vom 21.05.2012

Das Gesamtvolumen, das ein Arbeitgeber für ein weiteres Leistungsentgelt nach § 18 Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) (VKA) in Verbindung mit der Protokollerklärung Nr. 1 zu § 18 Absatz 4 gebildet hat, ist nur dann vollständig auszuschütten, wenn eine Dienst- oder Betriebsvereinbarung existiert, die die Verteilungskriterien festlegt. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden.

Die Parteien streiten über die Zahlung eines weiteren Leistungsentgelts gemäß § 18 TVöD (VKA) in Verbindung mit der Protokollerklärung Nr. 1 zu § 18 Absatz 4. Nach § 18 Absatz 3 TVöD (VKA) wird für die vom Arbeitgeber zu zahlenden Leistungsentgelte ein Gesamtvolumen gebildet. Die Verteilung soll dann durch Dienst- oder Betriebsvereinbarung nach dort festzulegenden Kriterien erfolgen. Wird keine solche Vereinbarung geschlossen, erhalten die Arbeitnehmer ein so genanntes undifferenziertes Leistungsentgelt, das das Gesamtvolumen nur etwa zur Hälfte ausschöpft. In der Protokollerklärung zu § 18 Absatz 4 ist geregelt, dass sich das Leistungsentgelt im Folgejahr um den Restbetrag des Gesamtvolumens aus dem Vorjahr erhöht.

Die Beklagte zahlte für 2008 auf Grundlage der Protokollerklärung ein undifferenziertes Leistungsentgelt in Höhe von sechs Prozent des Tabellenentgelts des Klägers für September 2008. Eine Dienstvereinbarung zu § 18 TVöD existierte bei der Beklagten auch im Folgejahr nicht. 2009 zahlte die Beklagte an den Kläger wiederum nur sechs Prozent des Tabellenentgelts für September 2009. Der Kläger meine, auch ohne die Existenz einer Dienstvereinbarung müsse das für das Leistungsentgelt zur Verfügung stehende Volumen spätestens im Folgejahr vollständig ausgeschüttet werden. Die Klage hatte in keiner Instanz Erfolg.

Nach der tariflichen Regelung setze die vollständige Verteilung des für das Leistungsentgelt zur Verfügung stehenden Gesamtvolumens die Existenz einer Dienst- oder Betriebsvereinbarung voraus, erläutert das BAG. Dies ergebe sich aus Wortlaut, Systematik, Sinn und Zweck und Entstehungsgeschichte der Tarifregelung. Solange keine solche Einigung in Betrieb oder Dienststelle zustande komme, bestehe kein Anspruch auf eine höhere als die geleistete Zahlung in Höhe von sechs Prozent des Tabellenentgelts.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11

Erstellt: 15.03.2012 | Letzte Änderung: 15.03.2012

Aufruf Aktionstag 11. Mai 2012

http://www.dbfk.de/Startseite/Aufruf-Aktionstag-2012-02-24.pdf

Erstellt: 06.03.2012 | Letzte Änderung: 06.03.2012

Kann man Gesundheit mit Geld kaufen?

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst enthalten nur Entgeltforderungen – wo bleibt der Gesundheitsschutz der Krankenhausbeschäftigten???

Erstellt: 02.03.2012 | Letzte Änderung: 06.03.2012

Zahlreich hingehen, um dem Minister deutlich zu machen, dass es im Krankenhaus so nicht weiter gehen kann!!!

7. März 2012, 19:00 Uhr

Aktuelle Herausforderungen der Gesundheitspolitik

Redner: Daniel Bahr, Bundesminister für Gesundheit

Am Mittwoch, 07.03.2012, lädt das Gesundheitsforum Saar e.V. zu einer Veranstaltung mit dem

Bundesminister für Gesundheit Daniel Bahr ein. Im Anschluss an die Rede können Sie, im Rahmen

einer offenen Diskussionsrunde, Fragen an den Bundesminister stellen.

Der Vortrag beleuchtet die aktuellen Herausforderungen der Gesundheitspolitik in der Bundesrepublik

Deutschland, das Arbeiten im Zukunftssektor Gesundheit sowie die grenzüberschreitende

Zusammenarbeit in diesem Bereich.

Kongresszentrum SHG-Kliniken Völklingen, Pasteurstraße 11a in 66333 Völklingen